≡ Menu

Maat – Göttin der Gerechtigkeit, Wahrheit und Ordnung

Maat zählt zu den Gottheiten des alten Ägyptens.

Gleichzeitig bildete sie das Konzept für Wahrheit, Gerechtigkeit und Weltordnung.

Wer war Maat?

Maat war nicht nur eine altägyptische Gottheit, sondern auch ein Konzept für das Recht, die Gerechtigkeit, die Wahrheit, die Führung des Staates und die Weltordnung.

All diese wichtigen Dinge verkörperte eine Göttin, bei der es sich zumeist um die Tochter des Sonnengottes Re handelte.

Zu den Erscheinungsformen der Maat gehörte das Auge des Re.

Die Verehrung der Göttin erfolgte ab dem Alten Reich (ca. 2700 bis 2200 v. Chr.).

Maat als personifizierte Weltordnung

In der heutigen Sprache fällt es schwer, einen vergleichbaren Begriff zu finden, der Maat eindeutig bezeichnet.

Als naheliegendste Begriffe gelten moralische Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Diese Werte, die es durch den Schöpfer seit Anbeginn der Zeit gab, wurden von Maat verkörpert. Das Konzept galt sowohl für die Menschen als auch für die Götter.

Wie wichtig Maat für die Weltordnung der Ägypter war, zeigt sich darin, dass nur durch die Göttin die Sonne aufging und nur durch sie das Leben überhaupt möglich war.

Damit sorgte Maat für den Ist-Zustand der Welt, wurde aber auch gleichzeitig als angestrebtes Ideal für eine bessere Gesellschaft angesehen.

Dabei glaubten die alten Ägypter, dass die Götter in einer kosmologischen Ebene als Abbild der menschlichen Welt lebten.

Der Name Maat entstammte dem altägyptischen Begriff „mAa ab“. Übersetzt bedeutet er „gerade leiten“ oder „lenken“.

Maat als Göttin

Die alten Ägypter stellten Maat als Frau dar, die eine Straußenfeder auf dem Kopf trug.

Nach der ägyptischen Mythologie existierte Maat bereits seit dem Anfang aller Dinge und sorgte für Recht und Blüte.

Zwischen Maat und dem Sonnengott Re bestand eine enge Verbindung. So galt sie als seine Tochter, mitunter aber auch als seine Mutter. Meist begleitete sie Re auf dessen Sonnenbarke. Einige Quellen sahen auch Res Gefährtin in ihr.

Maat wurde aber auch als Gemahlin des Gottes Thot beschrieben, der als Res Wesir diente.

Thot führte außerdem die Anweisungen Res aus, die sich auf Maat bezogen.

Weil Maat als Verkörperung der Gemeinschaftsordnung galt, wird vermutet, dass sie aus diesem Grund immer wieder aufgeführt wurde.

Maat und das Totengericht

Bei Maat handelt es sich ferner um eine Totengöttin, die die Bezeichnung „Herrin des Westens“ trug. Dabei übte Maat eine wichtige Funktion beim Totengericht aus. So musste der Verstorbene während des Gerichts sein Herz gegen die Feder der Maat wiegen lassen.

Wenn das Herz ein größeres Gewicht aufwies, als die Feder der Göttin, weil der Verstorbene nicht nach ihren Regeln gelebt hatte und voller Sünden war, kam es zu einem schnellen Ende seines Daseins.

Wog das Herz dagegen genauso viel wie die Feder der Göttin, durfte der Verstorbene als Gerechtfertigter das ewige Leben antreten. So bedeutete eine positive Prüfung das Recht zum Weiterleben.

Maat stellte damit die Menschen vor die Konsequenzen, die sich durch ihr bisheriges Leben ergaben. Umgeben war sie vom Rat der Maat, dessen Totenrichter die Abläufe überwachten.

Maat und die Menschen

Auch auf den Pharao, den Herrscher der Ägypter, wirkte sich Maat aus. So erhielt der Pharao die wichtige Aufgabe, Maat zu erhalten, wodurch sein Land stabilisiert wurde.

Auf den Wänden mancher Tempel sind zum Beispiel Abbildungen enthalten, auf denen der Herrscher Ägyptens die Göttin anbetete, wodurch er Maat als Nahrung, Atem und Kleidung der Götter bewahrte. Dadurch erhielten sie alles, was sie für ihr Leben benötigten. Daher war Maat auch für das Leben der Götter von größter Bedeutung.

Die ägyptischen Richter wurden ebenfalls von Maat beeinflusst. Wenn sie ein Urteil sprachen, legten sie zuvor ein Amulett der Göttin an.

Auf Sockeln von Statuen der Götter fand sich oft eine eingravierte Feder der Maat.

In späteren Zeiten legte auch der Wesir von Ägypten ein Amulett Maats an und bezeichnete sich als „Prophet der Maat“.

Unterschiedliche Ehrentitel für die Göttin

Zu Ehren Maats wurden der Göttin verschiedene Bezeichnungen verliehen. So nannten sich die Pharaonen oft als „geliebt von Maat“.

Weitere Bezeichnungen lauteten „Reich an Maat“ oder „Herr der Maat“.

Sogar der abtrünnige Pharao Echnaton, der ansonsten nur noch Aton anbetete, „lebte durch die Maat“.

Die Schwester des Pharaos nannten die Ägypter „Tochter der Maat“. Ihr Bruder, der König, wurde dagegen als „Sohn des Re“ bezeichnet.

Orte der Verehrung

Die ägyptischen Göttertempel verehrten Maat meist als Nebengöttin.

Auf der Nordseite des Karnak-Tempels wurde ein kleiner Tempel speziell für Maat erbaut. Dort sperrten die Ägypter auch Verdächtige vor ihrem Prozess ein.

In den Kultstätten der Maat wurden außerdem Verhöre durchgeführt.

Maats Schwester

Später erhielt Maat eine Schwester namens Isfet. Sie diente als Gegenpol zu der gerechten Göttin und sorgte für das Chaos.

Dabei brachte Isfet Verwüstung und Not, wofür sie die Menschen fürchteten.

Dennoch galt sie als wichtig, weil das Negative und Positive stets eine Einheit bildeten und damit für das Gleichgewicht in der Welt sorgten.

Welche Auswirkungen hatte Maat auf das Leben der alten Ägypter?

Maat beeinflusste auch das alltägliche Leben der alten Ägypter.

So galten seinerzeit ihre drei Grundregeln: aufeinander zu hören, miteinander zu sprechen und füreinander zu handeln.

Diese Gedanken wirkten sich positiv auf die Stabilität der ägyptischen Gesellschaft aus.

Ähnliches galt für die ägyptische Kunst und die Bestattungsrituale.

Ersannen die Ägypter eine neue funktionstüchtige Technik, blieb diese dauerhaft bestehen, sodass nur kleine Änderungen erfolgten.

Denn es drohte durch jedwede Veränderung das Risiko einer Verschlechterung und dadurch wiederum von Chaos. Grund für diese Denkweise war das Prinzip der Maat, das Neuheiten eher ablehnend gegenüberstand.

Dieses Vorgehen brachte jedoch auch Nachteile mit sich wie beispielsweise in der Medizin.

Zunächst waren die medizinischen Kenntnisse der alten Ägypter hervorragend. Weil sie sich jedoch kaum noch veränderten, wurden sie schließlich von anderen Völkern wie den alten Griechen überholt, die mit neuen Kenntnissen auf sich aufmerksam machten.