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Nut – ägyptische Göttin des Himmels

Von den alten Ägyptern wurde Nut als Göttin des Himmels verehrt.

Nut galt als Mutter sämtlicher ägyptischer Götter.

Nut – die ägyptische Himmelsgöttin

Von Nut wurde das Himmelsgewölbe symbolisiert. So bildete die Göttin den Ursprung von allem, was im Himmel entstand. Zum Beispiel galt der Donner als Nuts Gelächter und der Regen als ihre Tränen.

Mit ihrem Körper bildete die Göttin das Firmament, mit dem das Weltall von den Gewässern des Chaos getrennt wurde.

Das Gewässer des Chaos stellte in der ägyptischen Mythologie eine urzeitliche Masse ohne Form, die das Nichts bedeutete, dar.

Dank Nut konnten die Mächte des Chaos nicht den Himmel durchbrechen und auf die Welt übergreifen.

Darüber hinaus stellte Nut die Mutter von Sonne, Mond und Sternen dar. Die Ägypter glaubten, dass Nut diese Gestirne jeden Abend in ihrem Mund aufnahm, damit sie am nächsten Tag aufs Neue geboren wurden. Während die Sonne Nuts Leib in der Nacht durchquerte, taten dies die Sterne bei Tage.

Was der Name Nut zu bedeuten hat, blieb bis heute ungeklärt.

Der Nut-Mythos

Nut zählte zu den Urgöttinnen der Schöpfungsgeschichte der Neunheit von Heliopolis. Sie war die Tochter des Luftgottes Schu sowie der Göttin Tefnut, der Feuchtigkeit.

Ihren Bruder Geb liebte Nut sehr, was ihrem Vater Schu jedoch missfiel. Darum stellte er sich zwischen die beiden und ließ Nut in den Himmel emporsteigen. Dort lebte sie als Himmelsgöttin, während ihr Vater als Luftgott für die Trennung von ihrem Bruder Geb sorgte, der als Erdgott fungierte.

Von dem griechischen Autor Plutarch (45-125 n. Chr.) wurde der Mythos weitererzählt. Als der Sonnengott Ra herausfand, dass Nut und Geb miteinander verkehrten, stieß er einen Fluch aus. An keinem der 360 Tage im Jahr sollte Nut in der Lage sein, Kinder zu bekommen.

Doch der Gott Thot kam Nut zu Hilfe und sorgte dafür, dass die Himmelsgöttin vom Mond zusätzliche fünf Tage erhielt, in denen sie ihre Kinder zur Welt bringen konnte.

Schließlich nahm Nut ihren Bruder Geb zum Gemahl und zeugte mit ihm die Götter Osiris, Seth, Isis und Nephthys.

In der ägyptischen Mythologie galt Nut neben Isis auch als Mutter des Horus. So wurde Isis schon im Mutterleib Nuts durch die Begattung von Osiris schwanger.

Das Nutbuch beschrieb die Himmelsgöttin dagegen als Mutter von Ra und Gattin des Osiris.

Nuts Darstellung

Die Abbildungen von Nut erfolgten in der Regel in menschlicher Form. Am häufigsten war sie von der Seite als nackte Göttin zu sehen, die sich bogenförmig mit ihrem Körper über Geb wölbte.

Mit ihren ausgestreckten Armen und Beinen berührte Nut den Horizont. Manchmal erhielt sie dabei Unterstützung von ihrem Vater Schu.

Auch auf der Innenseite von Sarkophagen war Nut zu sehen. Dabei verschluckte oder gebar sie die Sonne.

Die alten Ägypter brachten diese Abbildung zumeist an der unteren Seite von Sarkophagdeckeln an, wodurch eine Vereinigung mit den Verstorbenen symbolisiert werden sollte.

Der Sarg fungierte dabei als Nuts Körper und nahm den Leib des Verstorbenen auf, damit er wiedergeboren werden konnte.

Teilweise gab es auch Abbildungen von Nut als Himmelskuh. Ihre vier Hufe dienten als Symbol für die unterschiedlichen Himmelsrichtungen.

Aber auch als Sau mit ihren Ferkeln wurde die Göttin dargestellt.

Die Aufgaben der Himmelsgöttin

In der Mythologie des alten Ägypten nahm Nut eine bedeutende Funktion ein. So symbolisierte die Göttin den Himmel, wobei sich ihr Körper schützend über die Erde legte.

Darüber hinaus war Nut die Mutter der Gestirne, die in einem ewigen Kreislauf ihren Körper durchwanderten.

Durch diesen Ablauf wurde Nut auch als Sau abgebildet, die ihre Ferkel auffrisst.

Grundsätzlich galt Nut jedoch als gute Göttin.

Rolle der Nut im Totenkult

Als Mutter des Totengottes Osiris war Nut auch für den Totenkult der alten Ägypter von Bedeutung.

So bestanden enge Zusammenhänge mit dem Glauben, dass die Verstorbenen wieder von den Toten auferstanden.

Neben Osiris waren auch Nuts Kinder Seth, Isis und Nephthys mit dem Totenkult verbunden.

In den Texten der alten Pyramiden kam Nut häufig als Kuh mit heilenden Fähigkeiten zur Abbildung.

Auf der Reise der Toten durch das Jenseits fungierte die Göttin als Beschützerin.

In späteren Jahren kam es häufig zu Zusammenfassungen zwischen Nut und Hathor. Dabei wurde Hathors Rolle als Herrin des Baumes, von dem die Verstorbenen Nahrung erhielten, von Nut übernommen. Dagegen galt Hathor zum Teil als Himmelsgöttin.

Die Geschichte des Sinuhe

Verdeutlicht wird Nuts Rolle auch in der Geschichte des Sinuhe. Darin erhält der fiktive Hofbeamte Sinuhe vom Pharao eine Einladung nach Ägypten, nachdem er lange Zeit im Ausland lebte.

In seiner Heimat sollten ihm nach seinem Tod ägyptische Rituale zuteilwerden. So wurde Sinuhe in einem Sarkophag aus Gold und Edelsteinen mit Nut, der Herrin von Allem, bestattet.

Das Verzieren des Inneren der Sarkophage mit Nut fand bis tief in das Christentum statt.

Kult um Nut

Eigene Kultstätten oder Tempel besaß Nut nicht. Doch wurden zahlreiche andere Kultorte mit Abbildungen von ihr geschmückt.

Mitunter trugen die Ägypter auch Amulette, auf denen Nut als Sau dargestellt wurde.

Ab der 3. Zwischenzeit legte man den Verstorbenen Amulette der Sau als Beigabe ins Grab.