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Geb – Erdgott der ägyptischen Mythologie

In der Mythologie des alten Ägypten stellt Geb den Erdgott dar.

Er ist der Vater der Götter Osiris, Seth, Isis und Nephthys.

Geb, der Erdgott

Bei Geb handelt es sich um den Sohn des Schu (Luftgott) und der Tefnut (Göttin des Feuers), die im heliopolitanischen System als Feuchtigkeit verehrt wurde.

Darüber hinaus ist er der Gemahl seiner Schwester Nut, der Himmelsgöttin.

Geb gehörte den ägyptischen Urgöttern an. So wurde von ihm die Erde ebenso verkörpert wie das Grab.

Die Texte der alten Pyramiden erwähnten ihn häufig, sodass er schon in alten Zeiten große Verehrung erfuhr.

Welche Bedeutung der Name Geb hat, blieb jedoch unbekannt.

Gebs Entstehung

Die Entstehung von Geb ist auf den Urgott Atum zurückzuführen.

Atum hatte einst eine Trennung zwischen dem Urwasser und den Benben-Hügeln geschaffen.

Danach führte er sich seinen eigenen Samen zu und befruchtete sich selbst.

Schließlich wurden seine Kinder Schu und Tefnut ausgespieen.

Als sich Schu und Tefnut ihrerseits verbanden, entstanden daraus Geb, die Erde, sowie Nut, der Himmel.

Später nahm Geb seine Schwester zur Frau.

Darstellung

Die Darstellung von Geb fand in Form eines Menschen statt, dessen Hautfarbe grün war.

In zahlreichen Abbildungen ist der Erdgott gemeinsam mit seiner Schwester und Gemahlin Nut zu sehen.

Mitunter trägt er das Zeichen für Leben in seiner rechten Hand sowie einen Stab in seiner Linken.

Da Geb auch mit dem Kopf einer Gans dargestellt wurde, galt er als „Großer Schnatterer“. Die Gans auf dem Kopf von Geb symbolisierte die Nilgans, einen Entenvogel, der im alten Ägypten weit verbreitet war.

Mythologie

Nach der ägyptischen Mythologie trat Geb an die Stelle seines Großvaters Atum sowie seines Vaters Schu. Diese zogen sich zurück in das himmlische Gefilde.

Als ihr Nachfolger wurde Geb als göttliche Rechtmäßigkeit für das Königtum eingestuft. Der Pharao erhielt die Bezeichnung „Erbe des Geb“ und soll zusammen mit ihm auf dem Thron gesessen haben. Häufig trug Geb auch die Krone von Unterägypten.

In Bata, unweit der Stadt Heliopolis, wurde Geb zu Ehren ein Tempel angelegt. So kam es zur Abbildung des Erdgottes auf zahlreichen Tempelwänden.

Assoziiert wurde Geb mit Heilung.

Des Weiteren berief man sich auf ihn in Zaubersprüchen, die Skorpionstiche bekämpfen sollten.

Gebs Nachkommen

Zusammen mit seiner Gemahlin Nut hatte Geb mehrere Kinder. Dies waren die Götter Osiris, Seth, Isis und Nephthys.

Nach alten ägyptischen Mythen sollen Geb und Nut auch die Sonne geschaffen haben, womit sie die Vorfahren sämtlicher ägyptischer Götter darstellten.

Von Gebs Nachkommenschaft wurde ein Königreich gegründet, das jedoch später zerfiel, weil Seth seinen Bruder Osiris ermordete.

Bedeutung

Gemeinsam mit Sokar, Aker und Tatenen zählte Geb zu den bedeutendsten Erdgöttern.

Von ihm erhielten die Menschen Bodenschätze. Auf seinem Rücken gediehen Pflanzen und Getreide.

Außerdem stellte Geb die Quelle des kostbaren Wassers dar, sowie von all jenem, das von der Erde hervorgebracht wurde.

Dadurch stieg Geb auch zum Gott der Fruchtbarkeit auf.

Des Weiteren wurde von ihm ein Ei hervorgebracht, aus dem der Vogelgott Benu ausschlüpfte.

Von den alten Griechen wurde Geb mit dem Totengott Hades gleichgesetzt.

Aber auch Ähnlichkeiten zum griechischen Urgott Uranos, der ebenfalls als Schöpfergott galt, waren vorhanden. So stand Geb u. a. für das Motto: „Gib und gib immer wieder“.

Gebs dunkle Seite

Geb verfügte aber auch über eine dunkle Seite. So wurde sein Gelächter für den Ausbruch von Erdbeben verantwortlich gemacht.

Einer griechischen Erzählung zufolge begehrte Geb nach dem Tod seines Vaters Schu seine Mutter Tefnut so sehr, dass er sie schließlich vergewaltigte.

Andere Legenden betrachteten Geb hingegen als Schöpfergott, weil er und Nut die Sonne zeugten. Daher bezeichneten ihn die Menschen auch als „Vater der Götter“.

Der Totenkult

Als Vater des Totengottes Osiris sorgte Geb für das Wohl der Toten. Von ihm wurden Mund und Augen der Verstorbenen geöffnet, sodass sie wieder lebensfähig wurden und dadurch in das Reich der Toten gelangen konnten.

Schlechte Menschen wurden allerdings von Geb behalten oder vom Totengericht verurteilt. Dies galt vor allem für Kriminelle, die bis in alle Ewigkeit an ihren Körper gebunden blieben.

Der Wächter der Schlange

Die Menschen verehrten Geb außerdem als Schutzgott. So wurde er als Wächter der Schlange angesehen. Diese hatte ihm Sonnengott Ra anvertraut, um die Menschen zu schützen.

Geb verfasste eigene Zaubersprüche, die zum Schutz vor Skorpionstichen und Schlangenbissen dienten und an die Menschen weitergegeben wurden.

Dabei baten die Menschen Geb in Zaubersprüchen auch um Hilfe gegen Krankheiten.

In der Stadt Ombos wurde Geb mit dem Gott Sobek verbunden.

Kultstätten des Geb

In Heliopolis verehrten die Bewohner Geb als Erbfürsten und Richter. Vor allem beim einfachen Volk genoss er hohes Ansehen. So verfügte er in der Stadt über eine offene Kultstätte.

In Theben gab es das Haus des Geb, während östlich von Edfu die Stätte des Geb existierte.

Andere Kultstätten waren in Kom Ombo und Memphis angesiedelt. Darüber hinaus befand sich im Amun-Tempel in der Stadt Hibis eine Darstellung von Geb.

Über einen großen, ausgeprägten Kult verfügte Geb allerdings nicht.