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Hathor – Göttin der Liebe und der Frauen

Hathor - altägyptische Göttin der Liebe
Bild: RealityImages / Shutterstock.com

Hathor zählte zu den wichtigsten Göttinnen der ägyptischen Mythologie.

Sie trat in mehreren Gestalten auf.

Ägyptische Göttin der Liebe und Frauen

Hathor wurde von den alten Ägyptern als Göttin der Liebe und der Frauen verehrt. Vor allem die ägyptischen Frauen huldigten ihr und priesen sie als Göttin von Empfängnis, Wehen und Niederkunft an.

Die Bezeichnung Hathor bedeutet übersetzt „Haus des Horus“.

Zunächst erhielt Hathor als lokale Göttin Verehrung. Dabei zeigte sie sich in der Gestalt einer Kuh. Im Laufe der Zeit wurde Hathor zur Himmelsgöttin des Westens und avancierte zur Muttergottheit.

Darüber hinaus verehrten die Ägypter sie als Göttin der Liebe, der Schönheit, des Friedens, der Kunst, der Musik sowie als Totengöttin.

Ab der 4. Dynastie (2620 bis 2500 v. Chr.) stieg jede Hauptfrau des Pharaos zur Hohepriesterin Hathors auf und wurde damit zur Inkarnation der Göttin.

Des Weiteren galt Hathor als Beschützerin des ägyptischen Herrschers. Sie wurde ferner als Tochter des Sonnengottes Ra gepriesen.

Erste Erwähnung fand Hathor in den Pyramidentexten des Alten Reiches (2700 bis 2200 v. Chr.). Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Verehrung der Göttin schon früher stattfand.

Hathors Verschmelzung mit anderen Göttinnen

In früher Zeit erhielt Hathor als Mutter des Horus Verehrung. Später betrachteten die Ägypter sie jedoch als dessen Gemahlin.

Hathor gehörte zu den ältesten ägyptischen Göttinnen. Im Laufe der Zeit kam es immer wieder zur Verschmelzung mit anderen Göttinnen.

Ihre Priesterinnen trugen die Bezeichnung Hathore. Sie agierten als Musikerinnen, Tänzerinnen und Sängerinnen.

Merkmale der Hathor

Zu den typischen äußeren Merkmalen der Hathor zählten Kuhhörner sowie die Sonnenscheibe.

Die Kuh wurde als Symboltier für die Göttin angesehen und auch Hathor selbst trat in ihren frühen Zeiten häufig in der Gestalt einer Kuh auf.

Einige Abbildungen tragen aber auch den Kopf eines Löwen. Später brachten die Ägypter Hathor in Zusammenhang mit der Göttin Sachmet. Der Legende nach entstand Hathor aus Sachmet.

Auf vielen Abbildungen ist Hathor als schöne menschliche Frau zu sehen, die Kuhhörner auf ihrem Haupt trägt. Zwischen den Hörnern befindet sich eine goldgelbe Sonnenscheibe. Dem Mythos nach deuteten die Ägypter den Himmel als Kuh, die Milch über ihm ausgoss.

Hathor als Haus des Himmels

Hathor erhielt auch als Himmelsgöttin und Mutter der Sonne Verehrung. Durch sie wurde die Sonne Tag für Tag wiedergeboren.

Gleichzeitig verschmolz sie mit der Himmelsgöttin Nut und wurde zur Schutzgöttin der Toten. Als Hathor-Nut nahm sie die untergehende Sonne in sich auf. Die Toten erhofften sich durch die Göttin wiederum Wärme und Licht.

Allerdings konnte sich Hathor als Mutter der Sonne nicht durchsetzen. So gefährdete sie damit die Stellung des Sonnengottes Ra.

Um sowohl Ra als auch Hathor gerecht zu werden, wurde die Göttin dem Urgott Atum als Gefährtin zugeordnet. Obwohl sie damit indirekt auch der Neunheit von Heliopolis angehörte, betrachtete man sie als übergeordnete Gottheit, die zusammen mit Atum die Welt geschaffen hatte.

Später ordneten die Ägypter Hathor als Sonnenauge der Sonne zu.

Einem anderen Mythos nach zeugte sie zusammen mit Ra oder Horus von Edfu den Sohn Ihy, mit dem sie stets in enger Verbundenheit stand. Er galt als Musikant und wurde auf zahlreichen Festen verehrt.

Hathor als Haus des Horus

Eine weitere Übersetzung Hathors bedeutete „Haus des Horus“. Die Ägypter betrachteten das Haus des Horus auch als Schoß der Mutter. Auf diese Weise wurde Hathor zur Mutter des Horus.

Gleichzeitig stieg Hathor zur Gefährtin von Osiris auf. Diese Stelle nahm jedoch später Isis ein.

Im Laufe der Zeit wurde Hathor in ganz Ägypten und sogar in anderen Ländern und Städten verehrt wie zum Beispiel im libanesischen Byblos.

Im Sinai galt Hathor als Schutzpatronin der Bergarbeiter. Auch die Nubier im Süden huldigten der Göttin. Von den alten Griechen wurde sie wiederum mit der Göttin Aphrodite gleichgesetzt.

Göttin des Rausches und Herrin des Schreckens

Hathor bekam aber nicht nur als Mutter und Geliebte Huldigung, sondern auch als Göttin von Tanz, Spiel und berauschenden Festen.

Doch ebenso galt sie als Herrin des Schreckens. So wurden von ihr Feinde des Ra erbittert bekämpft, wobei sie mit der blutrünstigen Löwengöttin Sachmet verschmolz. Einmal soll sie im Blutrausch beinahe die gesamte Menschheit ausgerottet haben.

Weil Hathor in Zusammenhang mit Freude, Tanzen, Musik und Trunkenheit gebracht wurde, fand sich ihr Abbild auf zahlreichen Trinkgefäßen für Bier und Wein. Nicht selten opferten die Ägypter der Göttin Krüge, die mit Wein gefüllt waren.

Außerdem weihten ihr die Musikanten das Sistrum, bei dem es sich um eine Form von Rassel handelte.

Fruchtbarkeitsgöttin und Göttin der Unterwelt

Als Göttin der Fruchtbarkeit stand Hathor hilfreich bei Geburten zur Seite. Sogar im Jenseits war es möglich, Kinder zu zeugen.

Als sie sich dem Totengott Osiris anschloss, wurde sie zur Göttin der Unterwelt. Sie beschützte die Verstorbenen als Schutzgöttin des Wüstengebirges der Toten.

In der Sinairegion galt Hathor als Herrin der fernen Länder.

Hathor als Herrin der Sykomore

Als Herrin der Sykomore stellten die Menschen Hathor als Baumgöttin dar, von der die Verstorbenen Getränke und Speisen erhielten.

Außerdem empfing sie die Toten in der Unterwelt mit frischem Wasser.

Hathors Kultstätten

Eine der bedeutendsten Stätten der Verehrung Hathors war die Stadt Dendera. So wurde die Göttin dort als „Herrin von Dendera“ bezeichnet. In dem Ort entstand der Tempel der Hathor, der drei Heiligtümer umfasste.

Der Haupttempel ist bis in die Gegenwart beinahe vollständig erhalten geblieben. Er ist mit einer überaus sehenswerten Säulenhalle ausgestattet und wurde Hathor gewidmet.

Bei den beiden anderen Heiligtümern handelte es sich um den Tempel des Horus sowie von dessen Sohn Ihy. Von beiden Bauwerken ist jedoch nicht mehr viel vorhanden.

Weitere Hathor-Tempel gibt es in Aftih, dem ehemaligen Aphroditopolis, sowie in Kusae und in der Arbeitersiedlung Deir el-Medinah.

Darüber hinaus verehrten auch die Bewohner von Memphis, Theben, Abu Simbel und Sais Hathor.

In Kom Ombo wurde von Hathor gemeinsam mit den Göttern Sobek und Chons eine Triade gebildet.